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NEWS

Monday
Oct092017

Von 2165 auf 203 Meter über Meer

2017/10/09

2165 m.ü.M., Bergstation Firstbahn
Ich mache mich bereit für die Weltcup-Langdistanz, verstaue zwei Energie Gels in den OL-Hosen und lese meine Ziele nochmals durch.

1897 m.ü.M., Waldspitz
Einlaufen ist angesagt. Sobald es bergauf geht, fühle ich mich etwa so dynamisch wie ein Rhinozeros. Die Gedanken an die dünne Luft schiebe ich im Kopf trotzdem in den hintersten Winkel. Wenn jemand damit umgehen kann, dann wir! Ich nehme mir vor, einfach mein Bestes zu geben und will mich immer wieder daran erinnern, dass der Kopf etwas «dümmer» sein wird als im Normalfall.

1580 m.ü.M., Auf der Route zu Posten 6
Ich pushe mich die Wiese hoch und weiss genau, wie ich dann im Wald zum Posten laufen will. Endlich habe ich in den Rhythmus gefunden, die steile Startphase ist durch.

1520 m.ü.M., Überlaufposten
Ich kämpfe bergauf, ums Ziel herum und nehme die Schlussschlaufe in Angriff. Das Langdistanz-Gefühl macht sich breit: die letzten Reserven müssen mobilisiert werden, der Kopf ist ziemlich «blämbläm» aber irgendwie geht es doch noch vorwärts und auch die Posten stehen dort, wo ich sie haben will.

1540 m.ü.M., Zieleinlauf
Nun sind die Beine definitiv leer, die Lunge brennt, zum Glück hat es Fans, die einem ins Ziel schreien.

Wie schön, im Ziel anzukommen und richtig zufrieden sein zu können! Crying Swiss Girl gehört der Vergangenheit an… Ich bin stolz, mir den vierten Rang erkämpft zu haben.

Und auch am nächsten Tag über die Mitteldistanz läuft es ganz ok. Dass es gleich nochmals für einen Diplomrang reicht, hätte ich wirklich nicht gedacht. So schliesse ich den Gesamtweltcup auch dieses Jahr in den top 10 ab und freue mich darüber, dass es mir beim Heimweltcup gelungen ist, mein Potential abzurufen.

1036 m.ü.M., Start zur Sprintstaffel
Ich nehme die erste Strecke für mein Team SUI2 in Angriff. Wir wollen das Galadinner in Grindelwald mit einem Dessert-Feuerwerk abschliessen und landen am Schluss alle zusammen unter dem goldenen Konfettiregen. Rang 3 für unsere Sprintstaffel und zweitbeste Nation im Staffelweltcup!

488 m.ü.M., Zürich Unterstrass
Das grosse Feiern wird auf später vertagt, am Montagmorgen geht mein Lehrerinnenleben weiter.

203 m.ü.M., Lago di Lugano
Wenn man in der Schule arbeitet, hat man selbstverständlich Herbstferien und das trifft sich gut! Bei Prachtwetter tingle ich durch die Tessinerwälder, suche Kastanien und finde OL-Posten.
Viva il Ticino!

Fotos: Rémy Steinegger für EGK OL-Weltcup, Sven Alexandersson

Sunday
Sep032017

Eine grosse Erleichterung

2017/09/03

OL ist, wenn 15 Posten dein Leben verändern (oder dich zumindest sehr viel glücklicher, erleichterter und zuversichtlicher machen).

Ich war nervös und auch etwas unsicher am Abend vor dem Staffel-Showdown in Lettland. Diese Weltcupstaffel war für mich zu einer richtig wichtigen Angelegenheit geworden, schliesslich wollte ich mir selber beweisen, dass ich es besser kann, als so wie ich an der WM gelaufen bin. Ich wollte für mein Staffelteam eine solide zweite Strecke abliefern und mit einer beherzten Leistung zu einer möglichst guten Platzierung beitragen. Und ich wollte im Ziel endlich wieder mal richtig zufrieden sein können mit meinem Lauf.
Was ich wollte, wusste ich also genau, nur wie ich das anstellen soll, war mir nicht so ganz klar. Der verpatzte Lauf an der Mitteldistanz in ähnlichem Gelände förderte das Selbstvertrauen natürlich nicht gerade…

Gut, weiss Vroni, unsere Trainerin, wie man wirre Köpfe wieder munter macht und gut, erwischte ich das Ränkli noch vor dem Start und spurte mental auf die richtige Schiene ein. Ich stand zwar mit weichen Knien aber mit einem klaren Plan in der Wechselzone und war fest davon überzeugt, das Heft heute nicht aus der Hand zu geben und mein Konzept durchzuziehen, komme was wolle.
Es ging los und ich war wirklich überrascht, nicht von der Bahn, vom Wald oder von den Gegnerinnen, sondern wie einfach es plötzlich ging. «Stick to the plan» war gar nicht schwer und die 15 Posten standen dort, wo ich sie erwartet habe.
Was für eine Erleichterung!
Dass es meinen beiden Staffelkolleginnen Elena Roos und Sabine Hauswirth ebenfalls rund lief, war super und dass Sabe uns im Zielsprint den Sieg sicherte, das Tüpfelchen auf dem i.

 

Bilder: Janis Ligats

Auch am Tag darauf beim Sprint in Cesis fühlte ich mich noch richtig erleichtert, da muss mir wohl ein regelrechter Felsbrocken vom Herzen gefallen sein :)
Ich hatte Spass an den kniffligen Sprint-Routenwahlen und die längeren Laufstrecken gegen Schluss der Bahn störten mich gar nicht, schliesslich wollte ich die Norwegerin vor mir einholen und nochmals richtig Gas geben… Das Gedanken-Karussell drehte also in die andere Richtung als noch an der WM und zwar in die positive.

 

Bilder: l,m: Janis Ligats, r: Ojars Millers

Mit vielen Plus ging es dann auch im anschliessenden Trainingslager weiter. Wir nutzten die Tage nach dem Weltcup um uns noch vertiefter mit dem Gelände um Cesis und Sigulda auseinanderzusetzen, schliesslich finden in dieser Region die nächsten Weltmeisterschaften statt. Gegen Mitte der Woche stieg die Summe der Trainings dann aber doch etwas schwindelerregend in die Höhe und ich brauchte einen Ruhenachmittag. Die vielbeschäftigten Bauernhof-Hunde waren wahrscheinlich auch froh, dass sie wenigstens ein paar Stunden auf der faulen Haut liegen konnten und ihr Revier nicht gegen diese frechen OL-Läufer verteidigen mussten.
Für die weiteren Trainingslager im nächsten Frühling sollten wir vielleicht bei Trimtex Wadenschütze anfertigen lassen? Nur damit sich niemand Sorgen macht: Bis jetzt waren die Beine der Zweibeiner immer schneller als die der Vierbeiner und das wird hoffentlich auch so bleiben.

Was sonst noch geschah im TL:

Nacht-OL mit "Startspalier", Diskussionen nach dem Training und Wahl der Sprintstaffelpartner à la Francois

Bilder: Daniel Hubmann

Zurück in der Schweiz wartete eine spezielle Ausgabe des fit for life-Magazins auf mich. Regina Senften hat ein Portrait über uns Gross-Schwestern verfasst und wer will, kann den Artikel hier nachlesen. Viel Spass!

Thursday
Aug242017

Latvia

2017/08/24

Latvia - "es wird Räge ha"...

Wir sind gestern in Lettland angekommen und bis jetzt hat vor Allem der Regen einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Wenn man aber dem Songtext von Troubas Kater glaubt, erwarten uns romantische Wälder mit glasklaren Bächen und wilden Beeren, ich bin gespannt!

Morgen geht es los mit dem ersten Lauf der dritten Weltcuprunde, einer Mitteldistanz.
Alle Informationen und Liveservice findet man auf der Homepage des Veranstalters.

Das Programm:
Freitag, 25.8. Mitteldistanz
Samstag, 26.8. Staffel
Sonntag, 27.8. Sprint Quali und Final

Für den Sprint am Sonntag sind die Aussichten aus unserem Zimmerfenster bestens. Wir sehen einen kleinen Teil des Sperrgebiets:

Wer das mit dem Song genauer wissen will:
Liedtext "Latvia