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NEWS

Friday
May192017

Zwischentief in Estland

2017/05/19

Mein Körper ist wie für andere der Computer im Büro. Wenn er nicht mitmacht, gibt es einen mühsamen Arbeitstag.

Natürlich versuche ich mich möglichst gut auf wichtige Einsätze vorzubereiten, dafür gibt es aber leider keine Gebrauchsanweisung und kein Lämpchen, das grün blinkt oder rot.
Mein Arbeitsinstrument ist also auch ein wenig eine Wundertüte und letzte Woche gab es eine unerwünschte Überraschung. Ich kam an den WM-Selektionsläufen in Estland einfach nicht auf Touren und verlor besonders bei den beiden Sprintwettkämpfen viel Zeit auf die Schnellsten.

Zum Glück hat sich bis zu den Walddistanzen die Zusammenarbeit mit meinen Beinen wieder verbessert und ich konnte die Serie noch anständig abschliessen.

Trotz des Zwischentiefs löste ich das ersehnte WM-Ticket:
Ich darf in meinen Lieblingsdisziplinen - Langdistanz und Waldstaffel- antreten!

Bevor ich mich für die Vorbereitung ganz in die Besonderheiten der estnischen Wälder vertiefe, ist nun aber nochmals Sprinten angesagt (und diesmal hoffentlich mit schnelleren Beinen):

- Am Sonntag am Zimmerberg-OL in Horgen. Komm vorbei und mach auch mit! Ausschreibung
- Am ersten Lauf des Sprintstaffelweltcups in Turku, FIN zusammen mit Sabine, Fabian und Matthias.
- Zum Auftakt der Mini-Weltcuptour in Finnland. Nach dem Sprint geht es mit einer Mitteldistanz weiter und der Abschluss erfolgt mit einem Jagdstart über eine elf Kilometer lange Langdistanz im finnischen Wald.

Ich freue mich auf die ersten internationalen Wettkämpfe in diesem Jahr, nun geht es richtig los!

Bilder: WOC2017





Tuesday
May022017

A day to remember!

2017/05/02

Der Siegerkranz der diesjährigen 10mila-Staffel, er gehört uns!

Fünf Autostunden von Borlänge gegen Süden oder zwei Flugstunden von Zürich gegen Norden, dann trifft man sich in Göteborg, Partille. Und dort ging am Wochenende die Post ab.

Es erwartete uns anspruchsvolles Westküsten-Gelände, durchzogen mit Felspartien, Sümpfen und offenen Hügeln. Einen Heimvorteil konnten wir also nicht ausmachen, dafür hatten wir eine Teamtaktik, die anscheinend genau ins Schwarze traf oder ins Gelbe, wenn man so will...

Auf jeden Fall starteten wir stabil ins Rennen und ich konnte in einer spannenden Position auf die dritte und längste Strecke starten. Mehr als 11 Kilometer im schwedischen Wald, das löste schon einwenig kribbeln im Bauch aus. Ich fand dann aber sofort die nötige Sicherheit und konnte das Rennen im Spitzentram entscheidend mitgestalten udn ein paar Fernsehminuten sammeln. Da die Strecke keine Gabelungen aufwies, wurde sehr taktisch gelaufen und kaum jemand getraute sich, eine eigene Route zu laufen und das Tram zu verlassen. Da war ich ab und zu dankbar dafür, wenn ich vorne die Richtung vorgab und schon etwas bibberte, ob ich mich wohl bald alleine zum Posten durchkämpfen müsste. Anscheinend vertraute man aber auf schwarz-gelb oder war gleicher Meinung auf den anderen Positionen in der Gruppe.

Wer das Rennen in bewegten Bildern nochmals nachschauen möchte, findet hier die TV-Übertragung (schwedisch) und da einen Film des Zieleinlaufs von Rikard Claesson.

Richtig, richtig spannend wurde es dann auf der fünften und letzten Strecke. Wie Tove sich von Position zu Position nach vorne kämpfen konnte und zwar innert kurzer Zeit, das verstehe ich noch immer nicht ganz. Auf jeden Fall spurteten sie und Judith plötzlich um den Sieg!

Und wir dürfen uns nun 10Mila-Siegerinnen nennen. Einfach unglaublich!

Foto: Rikard Claesson

 

 

 

 

Sunday
Apr232017

keep a positive attitude

2017/04/23

Bereits die Wetterprognosen waren vielversprechend: 1° und Schneefall, wenn’s gut kommt 4° und bewölkt.
Ich wusste, in der lettischen Luft ist der Frühling noch nicht angekommen und auch in Estland ist man noch deutlich näher bei «Pulver gut» als Badetemperaturen.
Schweren Herzens verabschiedete ich mich also von der warmen Schweiz und reiste mit dem Nationalkader nach Riga.

Bereits der erste Trainingstag brachte weisse Flocken, ein unerwartetes und nicht besonders erwünschtes Geburtstagsgeschenk.

Ich packte neben den Sumpfsocken und den warmen Handschuhen auch die guten Motivationssprüche aus. OL findet draussen statt. Stimmt! - Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleider. Stimmt meistens. – Im Dezember hättest du dich über so viel Schnee gefreut. Stimmt definitiv! – Wenn’s weiss ist, ist es wenigstens nicht grün. Allerdings!

Wir waren alle positiv überrascht, wie schön das Gelände war. Viele Abschnitte erinnerten an skandinavische Wälder, die Sümpfe waren gar nicht so schlimm und das Relief teilweise wirklich spannend und herausfordernd. Die wichtigsten Voraussetzungen für lehrreiche Trainings waren also gegeben, es kam nur noch auf meine Einstellung an.

Ich startete bei frostigen Temperaturen zum ersten Training. Die Füsse waren bereits nach 50m kalt und die Finger schafften es auch nicht warm bis zum ersten Posten. Meine Gedanken drehten sich laufend um die ungemütliche Wetterlage und wie ich wohl durch die Sümpfe später auf der Bahn kommen soll. Oder sollte ich doch besser eine lange Umlaufroute in Kauf nehmen?
So dümpelte ich vor mich hin, bis es zum Glück beim 3. Posten «klick» machte.
Will ich mich nun ernsthaft eine Woche lang mit so spannenden Dingen wie Handschuhdicke und Schneehöhe beschäftigen? Gottlob kam ich zum Schluss, dass es für mich in den estnischen und lettischen Wäldern wohl Besseres zu tun gibt.

Ich kippte den Schalter auf OL-Modus und es lief!
Jetzt habe ich begriffen, was Francois mit «attitude» meint…

Eine kleine Auswahl an Bildern aus dem Wald (by livemotion) :

 

und ein paar Kartenausschnitte:

Man muss sich das Leben einrichten...
Der Fahrersitz wird zum Starthäuschen und der Physio filmt den Staffelstart.