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NEWS

Tuesday
Jun182013

Venla in gelb

18/06/13 Der letzte Samstag hätte besser beginnen können. Am Morgen vor dem grossen Staffel-Showdown, dem finnischen Traditionslauf Venla, publizierte der Verband die Selektionen für die Weltmeisterschaften im Juli. Seit den Testläufen am Mittwoch und Donnerstag drehte das Gedankenkarussell munter seine Runden in meinem Kopf und rechnete immer wieder aufs Neue aus, ob es wohl für einen Platz im WM-Team reichen wird oder nicht. Klar wusste ich, dass es knapp ist und meine Leistungen an den Testläufen waren zwar nicht schlecht aber auch nicht richtig gut. >Resultate und Karten 

Fact ist: Es hat nicht gereicht, ich bin zur Ersatzläuferin erkoren worden. Ich weiss gar nicht, wie ich das kommentieren soll (politisch-korrekt, emotional-überschwänglich oder nüchtern-analytisch?), darum lasse ich es einfach und schreibe lieber über Erfreulicheres. 

Etwa fünf Stunden nach dem Stimmungsdämpfer stand ich nämlich nervös und angespannt am Start zur grössten OL-Staffel der Welt (erstaunlich, dass man nach so viel Nervosität in zwei Wochen immer noch nervös sein kann...). Vielleicht lag es daran, dass ich zum ersten Mal eine Startstrecke an einer der grossen Staffeln laufen durfte und schon einige Schauermärchen über die (Zu-)Schnellstarter und Schlägereien an Posten gehört habe. Auf jeden Fall habe ich mir die Devise "don't look back" zu Herzen genommen und versucht, trotz Highspeed-OL immer zu wissen, wohin ich gerade laufe. Es ist schon noch imposant, in einer Meute von tausend Frauen in den Wald zu tauchen (gut, die einen hängten wir schon bis zum Startpunkt ab) und es hat richtig Spass gemacht! Gut fünfzig Minuten später stempelte ich den Zielposten und konnte Johanna Erlandsson als dritte Läuferin auf die zweite Strecke schicken. Meine Arbeit für diesen Tag war getan und ich war richtig zufrieden mit mir. Einerseits weil ich endlich für meinen neuen Klub laufen konnte und ihnen nach dem verpassten Einstand an der Tiomila etwas zurückgeben konnte und andererseits tat es gut, mit so einer Leistung auf die Selektionen reagieren zu können. 

Johanna auf der zweiten und auch Martina Karlsson auf der dritten Strecke machten ihren Job gut und Tove Alexandersson brachte unser Team auf der Schlussstrecke mit einem fast fehlerfreien Lauf vom zwölften auf den vierten Rang. Da haben wir sehr schön auf uns aufmerksam gemacht!

> Resultate

> Livesendung im finnischen Fernseh Yle2 (bei 03:13:13 bitte Augen zu)

> GPS der ersten Strecke

Übrigens: Da es für die richtige WM nicht gereicht hat, bekomme ich an der "WM für die zukünftigen Weltmeister", dem Euromeeting in Schottland, die Chance, mein Können international vorzuführen. 

Bild: Rikard Claesson

 

Wednesday
Jun122013

Nach dem Wettkampf ist vor dem Wettkampf

12/06/13. Die Augen zusammengekniffen, leichte Denkerfalten auf der Stirn, die Haare auf die eine oder andere Weise geflochten und mit einem Stirnband zurückgehalten. Etwa so sieht mein typisches Wettkampfgesicht aus (das behaupten jedenfalls die Fotos) und um diese Pose zu perfektionieren hatte ich während der letzten Woche genügend Gelegenheiten. Fünf Sprints und zwei Wald-OL innerhalb von acht Tagen und in drei Ländern (Norwegen, Schweden und Finnland) zählten zur NORT. Auch ich könnte die Tour mit den Worten "up and down" zusammenfassen, wobei zu Beginn das "down" und am Schluss defintiv "up" überwogen. 

Nach einem stabilen Sprint am ersten Tag in Oslo startete ich guten Mutes zur Mitteldistanz am darauffolgenden Tag. Es goss in Kübeln vom Himmel und ich versenkte die Hoffnung auf ein gutes Resultat in mehr als einem der richtig tiefen, nassen Sümpfe. 

Zwei Tage später, im kühlen aber trockenem Schweden, packte ich meine Sprintfähigkeiten wieder aus und erkämpfte mir in der morgendliche Qualifikation einen Platz im Final. Ich war technisch zwar zufrieden mit meiner Leistung, hätte aber gerne schnellere Beine gehabt (Richtig, die kann man nicht einfach bestellen, da muss ich wohl noch etwas dafür arbeiten). Am Nachmittag beim Start zum Halbfinal in der spektakulären Disziplin "Knockout-Sprint" (acht Läuferinnen starten gleichzeitig, die schnellsten Zwei qualifizieren sich direkt für den Final) fühlten sich meine Beine wirklich gut an. Schade, dass ich mich schon nach zwei, drei Laufminuten selber verabschiedete, in dem ich zu einem falschen Posten gelesen habe. Nun werde ich wohl nie erfahren, ob ich bei der Sprintentschiedung hätte mitreden können.

Neues Land, neue Chance: In Turku wurden wir von sommerlich warmen Temperaturen empfangen und am Willkommens-Apero der Stadt mit Käse und Erdbeeren verwöhnt (selber schuld, wer nicht gekommen ist...). Ausserdem tankten wir bei einer Kaffeepause im besten Kaffee Turkus Energie für die letzten beiden, sehr intensiven Wettkampftage. Speziell war, dass wir vor dem Kaffee eine Runde durch das Sprint-Wettkampfgelände vom nächsten Tag drehen durften. Normalerweise sind die Gebiete, in denen Weltcup-Wettkämpfe stattfinden, im Voraus für alle Läufer und Betreuer gesperrt. Trotz Karten- und Geländestudium, die Sprintqualifikation am Freitag ging ziemlich in die Hose. Ich schaffte es wegen vier Sekunden gerade noch knapp einen Finalplatz zu ergattern. Das war mir eine Lehre! Ich zog die Konsequenzen aus dieser schlechten Leistung und zeigte am Nachmittag (fast) allen, wo der Bartli der Most holt oder wie man schnell rennt und die Posten findet. Ok, sechs Läuferinnen konnten es besser als ich, aber mit meinem karrierenbesten 7. Rang an einem Weltcuplauf bin ich mehr als zufrieden. Diese Erfahrung gab Aufwind für die letzte Etappe am Samstag, einem Jagdstart. Ich stach mit gut 12 Minuten Rückstand auf Sime, die führende im Gesamtklassement, als 21. in den Wald. Unterwegs erwischte ich häufig das richtige Tram und profitierte von den Fehlern anderer, sodass ich mich im Zielsprint noch auf den 14. Gesamtrang kämpfen konnte. Ein wirklich schöner Abschluss einer ereignsireichen Tourwoche!

NORT-Homepage (Resultate, GPS)

Turku-Sprint (Resultate, GPS der letzten beiden Wettkampftage)

Vielleicht zeichnet es sich schon etwas ab, wieso ich den Titel dieses Eintrags gewählt habe. Während der letzten Woche folgte wirklich ein Wetkkampf auf den anderen, so dass ich bis zuletzt beinahe vergass, nervös zu werden... Und heute geht es weiter: Mit einer Mitteldistanz und einer Langdistanz (morgen Freitag) im echten finnischen Gelände in der Nähe von Joensuu testen die Schweizer, wen sie an der WM im Juli im finnischen Vuokatti dabei haben wollen. 

Am Wochenende starte ich (sofern ich nicht krank werde =P) für Stora Tuna an der Venla-Staffel. Dazu jedoch später...

Foto: Sascha Rhyner

Tuesday
May282013

Ein Doppelleben mit zeitlicher Begrenzung

Letzte Woche Trainingslager in Finnland - diese Woche Diplomprüfungen in der Schweiz - nächste Woche Weltcup in Norwegen, Schweden und Finnland

 

 Im Moment wechsle ich im Wochentakt zwischen OL-Dress und Schulbüchern hin und her und versuche, mich bei der einen Tätigkeit nicht von Gedanken an die andere ablenken zu lassen. Auch wenn das "Doppelleben" bis jetzt gut funktioniert hat, bin ich nicht böse, in einigen Wochen meine Ausbildung zur Primarlehrerin ganz abschliessen zu können. Ich freue mich darauf, die Konzentration "nur" auf den Sport zu richten und die Schulbücher aus meiner Reisetasche zu verbannen. 

Wobei der Sport auch jetzt schon mindestens so wichtig ist wie das Studium. Letzte Woche trainierte ich mit dem Nationalteam in WM-relevanten Gebieten in Finnland. Die Bären- und andere Stories will ich nicht nachplappern, lest doch selber auf den anderen Athletenseiten nach. Auf jeden Fall war es eine intensive Woche und für mich eine grosse Ladung OL-Erfahrungen, die ich nun bereits in wenigen Tagen umsetzen möchte.

Am Samstag, 1. Juni fällt mit einem Sprint-Wettkampf in Oslo der Startschuss zur nordic orienteering tour, einer Weltcupserie mit Läufen in Oslo (NOR), Sigtuna (SWE) und Turku (FIN). Natürlich will ich mich dort von meiner besten Seite zeigen und ich freue mich auf die vielen Sprints. Die OL-Dress liegen jedenfalls bereit, morgen muss ich noch zwei Prüfungen hinter mich bringen und dann kanns weiter gehen mit dem Leben B (oder A?).